2013 - Das sündige Dorf

Fotos der Sylvesteraufführung


Bauernschwank in 3 Akten von Max Neal

Auf dem Stangassingerhof wachsen zwei stramme Söhne heran. Unglücklicherweise verlieben sich aber beide in die nette, bescheidene Vevi, die oft auf den Hof kommt, um der Stangassingerin zu helfen.

Der Bauer weiß, daß das Veverl ein Produkt seiner stürmischen Jugend ist und vesucht mit allen Mitteln, das Mädel dem Blickfeld seiner Söhne zu entziehen. Dabei stößt er auf die größten Schwierigkeiten, da seine Frau das Veverl auf jeden Fall als Schwiegertochter sehen möchte.

In dieser schwierigen Situation läßt der Bauer den reichen Vogelhuber mit seiner etwas beschränkten Tochter Afra zur Brautschau kommen. Er besteht darauf, daß sein Sepp als der Ältere die Afra heiratet. Dieser Plan widerspricht aber ganz den Wünschen der Bäuerin, denn ihr Geheimnis ist es, daß nicht ihr Mann, sondern der Vogelhuber Vater vom Sepp ist. Auch die Bäuerin gerät durch diese Situation von einer Verlegenheit in die andere...

 

Regie: Hubert Holzner

Bühnenbild: Thomas Winter

Musik: Hans Hinterholzer mit Franz Kapfhammer und die Unterwaller Musikantinnen


Darsteller

Figur gespielt von:
Thomas Steingassinger, Bauer vom Salmerhof Hubert Holzner
Stasi, seine Frau Lisa Holzner
Sepp, 1. Sohn Hansi Glockner
Toni, 2. Sohn Bene Holzner
Korbinian Sägfeiler Marcus Huber
Vevi, seine Tochter Diana Huber
Voglhuber, Großbauer Johann Glockner
Afra, seine Tochter Karin Schwarzer
Michael Riedlechner, Bürgermeister Franz Spiegler
 


Pressebericht - Kulturvision

Bericht vom 27.12.2013 aus Kulturvision

Einen überaus vergnüglichen Theaterabend bereitete gestern Abend zur Premiere die Theaterbühne Warngau mit dem Stück „Das sündige Dorf“ im Gasthof zur Post. Szenenapplaus belohnte die Darsteller um Regisseur Hubert Holzner.

Das altbekannte Stück von Max Neal hat die sittliche Verderbtheit im Dorf mit gleichzeitiger Heuchelei zum Thema. Da geht es also um Vaterschaften außerhalb der Ehe ebenso wie Schwangerschaften, die nichts mit dem Ehemann zu tun haben. Das führt zu dramatischen Verwicklungen, die sich gottlob am Ende in Wohlgefallen auflösen.

Was die Inszenierung von Hubert Holzner so witzig und spritzig macht, das sind die Darsteller und das ist die von Florian Burgmayr komponierte Musik, die die Szenen immer wieder auflockern. Dazu kommt ein stimmiges Bühnenbild von Thomas Winter.

Hallukinationen vom Enzian

Da ist also der Steingassinger selber, der Bauer, professionell gespielt von Hubert Holzner als Übertölpelnder und Übertölpelter gleichermaßen. Seine Frau Stasi spielt Lisa Holzner als ordentliche Zuwiderwurzn, die am Hof das Sagen hat, aber dann doch recht kleinlaut dasteht. Hansi Glockner als Sohn Sepp steht das erste Mal auf der Bühne und spielt locker und überzeugend den Verliebten. Seinen ebenso verliebten Bruder Toni gibt Bene Holzner mit Charme und Schlitzohrigkeit. Wie die beiden Schuhplatteln, das ist eine Augenweide.

Korbinian, der arbeitsscheue Vater oder auch Nichtvater von Vevi, wird köstlich von Marcus Huber gespielt, seine ständigen „Hallukinationen“ vom Enzian auf dem Tisch sind immer wieder einen Lacher wert. Diana Huber spielt sicher und liebenswert Vevi, die von den beiden Brüdern Begehrte.

Die heißeste Bauerntochter

Dann aber kommt noch der Großbauer Vogelhuber ins Spiel, den Johann Glockner mit reichlich Energie spielt, so viel, dass er einen Fensterladen herunterreißt, was zu ordentlich Freude im Publikum beiträgt. Franz Spiegler ist der seriöse Bürgermeister, der dem sittlichen Verfall in seiner Gemeinde Warngau Einhalt gebieten will.

Einen der Höhepunkt des Abends liefert Karin Schwarzer bei ihrem Auftritt als Afra. Sie sagt nichts, steht nur da und schaut, das reicht komplett für Lachstürme im Publikum. Das muss man gesehen haben! Und wenn sie dann sagt: „Ich bin die heißeste Bauerntochter“ und ihr Lied anstimmt „Jetzt hob i oan“ dann bleibt kein Auge trocken.

Prädikat: Sehr empfehlenswert für einen heiteren unterhaltsamen Abend.

Text: Monika Gierth
Foto: Petra Kurbjuhn